Tollwut ist nach wie vor eine der gefährlichsten Virusinfektionen, da sie für Mensch und Tier nicht heilbar und tödlich ist. Es ist eine anzeigepflichtige Zoonose. Mit der Krankheit infizieren können sich alle warmblütigen Tiere.

Erreger

Die Hauptinfektionsquelle für das Virus sind wild lebende Fleischfresser, in erster Linie Füchse. Aber auch bei Fledermäusen wurde das Virus nachgewiesen.

Infektion

Tollwutviren werden von infizierten Tieren mit dem Speichel ausgeschieden. Ein Biss durch infizierte Tiere ist besonders gefährlich, weil das Virus über Wunden in den Körper gelangt. Auch ist eine Kontamination von Wunden und Mikroläsionen mit infektiösem Speichel möglich. Immer wieder wird deshalb davor gewarnt zutraulichen Wildtieren zu nahe zu kommen oder zum Beispiel einen verletzten oder toten Fuchs mit der bloßen Hand zu berühren.


Krankheitsbild

Das Virus wandert entlang der peripheren Nervenbahnen zu den Spinalganglien im ZNS.  Hier vermehren sie sich und breiten sich bis in das Gehirn aus, wo eine massive Virusvermehrung stattfindet. Von hier aus findet eine zentrifugale Ausbreitung an den Nervenbahnen in die Peripherie statt (u.a. in die Speicheldrüsen)

Der klassische Dreiphasenverlauf

Prodromalstadium

Dies dauert wenige Stunden bis 4 Tage. Der Hund zeigt Wesensänderungen, ist launenhaft, überfreundlich bis abweisend, ängstlich, unruhig, bellt oder beißt unmotiviert.

Exzitationsstadium


Die Dauer beträgt 1-4 Tage und ist gekennzeichnet durch Aggressivität und Drangwandern („rasende Wut"). Eine Steigerung der Unruhe und Launenhaftigkeit, geht einher mit Zerbeißen von Fremdkörpern, Speichelfluß und langgezogenem Bellen. Anschließend Raserei, stures Herumirren und Angreifen von anderen Hunden.

Paralyse- oder Depressionsstadium

Sie dauert bis zum Tod 3-4 Tage. Die Unruhe geht zunehmend in Erschöpfungs- und Lähmungs¬zustände über.

Stille Wut

Der Verlauf ist dabei ohne Exzitationsstadium und führt direkt zu Erschöpfungs- und Lähmungszuständen. Die Dauer beträgt ca. 2-4 Tage. Symptome sind ein stupider Blick, Speicheln, Unterkieferlähmung, heisere Stimme.  Dem Hund ist es unmöglich Futter aufzunehmen. Die Nickhaut fällt vor, die Pupillengröße wird ungleich, schließlich folgen Rumpf- und Gliedmaßenlähmungen und der Tod.

Atypische Wut

Sie verläuft chronisch bis zu 3 Monaten oder länger.
Sie beginnt mit Durchfall, evtl. Darmlähmung, es folgen dann Hyperästhesien, Bewegungsstörungen und Depressionen. Zeitweise tritt vorübergehende Besserung ein. Eine Diagnose kann nur am toten Tier bestätigt werden.

Da die Tollwut viele Gesichter haben kann, wird dringend empfohlen, bei Kontakt mit einem tollwutkranken oder verdächtigen Tier (Mensch und Hund), unverzüglich einen Arzt oder Veterinär aufzusuchen. Geimpfte Hunde sind in diesem Fall rechtlich besser gestellt als ungeimpfte. Ungeimpfte Hunde werden sofort getötet, für geimpfte Hunde ist eine Quarantäne Pflicht.